Hochpreisinsel Schweiz: Ständeratskommission verzögert Umsetzung von griffigen Massnahmen

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) verzögert den Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz weiter: Die WAK-S hat zwar über einen Vorstoss von alt Ständerat Hans Altherr beraten, jedoch ohne konkrete Ergebnisse. Die Initianten der eidgenössischen Volksinitiative „Stop der Hochpreisinsel – für faire Preise (Fair-Preis-Initiative)" fordern, dass das Parlament nun endlich griffige Massnahmen beschliesst.

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Medienmitteilung vom 11. Januar 2017
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Der Einkaufstourismus boomt weiterhin. Eine wirksame Massnahme gegen zu hohe Preise in der Schweiz ist die Fair-Preis-Initiative.

Schweizer kaufen für 10 Milliarden Franken im Ausland ein

Eine neue Studie der Credit Suisse hat das Einkaufsverhalten der Schweizer untersucht.

 

Der Detailhandel hat mit 2016 erneut ein schwieriges Jahr hinter sich. Nachdem die Umsätze bereits 2015 um 0,4 Prozent abnahmen, ging es bei den Einnahmen im vergangenen Jahr um weitere 1,0 Prozent nach unten.

 

Allerdings verlangsamte sich gemäss einer gemeinsamen Studie der Grossbank Credit Suisse (CS) und des Beratungsunternehmens Fuhrer & Hotz vom Mittwoch die Abwärtsdynamik in einigen Segmenten. So verzeichnete 2016 beispielsweise der Bereich Nahrungsmittel ein leichtes Umsatzwachstum von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

Auch der Einkaufstourismus im Ausland nahm als Folge eines relativ stabilen Euro-Franken-Wechselkurses nicht noch weiter zu, sondern stagnierte auf hohem Niveau. Insgesamt kauften die Schweizer im Ausland Waren für rund 10 Milliarden Franken ein. 

 

Einige Detailhändler ausserhalb des Bereiches von Lebensmitteln gerieten aber im vergangenen Jahr stark unter Druck. Das Umsatzminus nahm etwa bei Bekleidungs- und Schuhhändlern mit –7,8 Prozent gegenüber 2015 nämlich nochmals deutlich zu. Damals lag der Einnahmeschwund bereits bei –4,1 Prozent.

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Bericht in der Zeitschrift Metall zur Fair-Preis-Initiative

Die Volksinitiative «Stop der Hochpreisinsel - für faire Preise» fordert faire Beschaffungspreise für Schweizer Unternehmen.

 

Autor: Hans Kunz, Zentralpräsident von AM Suisse

 

Die Schweiz ist ein Hochpreisland. KMU, die ihre Grundstoffe und Betriebsmittel über Schweizer Importeure beschaffen haben gravierende Wettbewerbsnachteile gegenüber Wettbewerbern aus dem nahen Ausland. Für importierte Produkte wird in der Schweiz oft ein markant höherer Preis verlangt, als in den Nachbarländern. Überrissene Schweiz-Zuschläge belasten Unternehmen und Konsumenten.

 

Untersuchungen haben ergeben, dass Schweizer Stahl- und Metallbauer, Betriebe der Swissemechanic, des Wirteverbandes, Hotelleriesuisse, des graphischen Gewerbes, der Tourismus- und vielen anderen Branchen markant höhere Beschaffungspreise von bis zu 50 Prozent bezahlen müssen als ihre ausländischen Wettbewerber.

 

Es besteht Handlungsbedarf, weil international tätige ausländische Lieferanten einen ungerechtfertigten Aufpreis (Schweiz-Zuschlag) durchsetzen und den Direkteinkaufim Ausland beziehungsweise die Direktlieferung vom Ausland her verweigern können. «Schweiz-Zuschläge» vermindern die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, was sich auf die Ertragslage sowie auf die Sicherheit der Arbeitsplätze negativ auswirkt.

 

Es besteht auch Handlungsbedarf, um wettbewerbsverzerrende Vertriebs- und Preisstrukturen im In- und Ausland durch marktbeherrschende und relativ marktmächtige Unternehmen zu verhindern und eine echte Beschaffungsfreiheit für Schweizer Unternehmen zu erreichen. Damit würde eine wichtige Voraussetzung für faire Preise geschaffen.

 

AM Suisse unterstützt die eidgenössische Volksinitiative «Stop der Hochpreisinsel - für faire Preise» um folgende Ziele zu erreichen:

  • Faire Beschaffungspreise und dadurch wettbewerbsfähigere Schweizer Unternehmen
  • Tiefere Konsumentenpreise und dadurch weniger Wertschöpfungsverlust durch Einkaufstourismus
  • Sicherere Arbeitsplätze
  • Senkung des Preisniveaus im «Hochpreisland Schweiz»

Die Volksinitiative senkt Preise, sorgt für

Beschaffungsfreiheit und sichert Arbeitsplätze.

Es wird möglich, Waren ohne «Schweizer-Zuschlag» zu beschaffen. Die Verhinderung des Einkaufs im Ausland

durch Lieferverweigerung oder preisliche Diskriminierung («einseitiges Verhalten») wird auch für «relativ marktmächtige Unternehmen » unterbunden. Produkte, die bis anhin in der Schweiz nur zu einem wesentlich

höheren Preis erhältlich sind, sollen dadurch günstiger werden.

 

Wir bitten Sie, die Volksinitiative «Stop der Hochpreisinsel - für faire Preise» im eigenen Interesse, aus Solidarität zu andern Branchen und zum Vorteil der Konsumenten

zu unterstützen.

 

Quelle: Zeitschrift Metall vom 19.11.2016