Der Sonntagsliberale Nr. 1

 

 

Die Fair-Preis-Initiative sagt den unfairen Schweiz-Zuschlägen den Kampf an. Sie stärkt das Wettbewerbsrecht und die freie Marktwirtschaft. Doch der Kampf gegen ungerechtfertigte Schweiz-Zuschläge entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ausgerechnet von Seiten sogenannter liberaler Kreise erfährt die Initiative starken Gegenwind. Das bringt die Figur des Sonntagsliberalen auf den Plan. Er wird die Kampagne für die Fair-Preis-Initiative von nun an begleiten.

  

Der Sonntagsliberale verkennt: Überhöhte Beschaffungspreise im Ausland haben nichts mit dem Schweizer Lohnniveau zu tun.

Viele importierte Produkte und Dienstleistungen kosten in der Schweiz weit mehr als in den umliegenden Nachbarländern. Ausländische Konzerne und Markenartikelhersteller schöpfen die Schweizer Kaufkraft missbräuchliche ab. Oft verlangen sie einen Lieferpreis, der sogar über dem deutschen Endverkaufspreis liegt (eingeschlossen die deutsche Mehrwertsteuer von 19 Prozent!). Griffige Massnahmen gegen diese Wettbewerbsverzerrung sind dringend nötig. Die Fair-Preis-Initiative räumt mit diesen Missständen auf. Sie bekämpft die Hochpreisinsel und stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.

 

Nur am Sonntag predigen sie Wettbewerb

Ausgerechnet die sogenannten liberalen Kreise lehnen die Fair-Preis-Initiative ab. Sie singen immer wieder das hohe Lied auf den freien Markt. Im Wettbewerbsrecht sind sie jedoch für Abschottung und ausländisches Preisdiktat. Sie sorgen dafür, dass die ungerechtfertigten Schweiz-Zuschläge bestehen bleiben. So verhindern sie, dass KMU und Gewerbe, Konsumentinnen und Konsumenten, Gesundheitswesen, Bildung und öffentliche Verwaltung von fairen Preisen profitieren, die sich mit dem Angebot im Ausland vergleichen lassen. Das ist typisch für die Sonntagsliberalen: Sobald ihnen eine Stärkung des Wettbewerbs nicht passt, vergessen sie ihre Ideale.

 

«Am Sonntag predigen sie Wettbewerb und Marktwirtschaft, aber von Montag bis Freitag tun sie alles, um den Wettbewerb zu behindern. So sind sie, die Sonntagsliberalen» (Rudolf Strahm, 2013).