So wird die Fair-Preis-Initiative umgesetzt

Der Gegenvorschlag zur Fair-Preis-Initiative wird per 1. Januar 2022 umgesetzt. Unternehmen aus der Schweiz können sich damit besser gegen überhöhte Preise von ausländischen Lieferanten wehren. Auch Konsumentinnen und Konsumenten profitieren von den neuen Regeln: Beim Online-Einkauf dürfen sie nicht mehr diskriminiert werden.

 

Erfolg im Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz: Ab 1.Januar 2022 gibt es Änderungen im Kartellgesetz und im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Die Kartellgesetzänderung hilft den Unternehmen in der Schweiz insbesondere gegen überhöhte Lieferantenpreise vorzugehen, die Änderung im UWG schützt Konsumenten und Unternehmen gegen Benachteiligungen im Online-Handel.

 

Schluss mit dem "Schweiz-Zuschlag" (Kartellgesetzänderung)

Wenn Unternehmen aus der Schweiz von einer Ware oder Dienstleistung eines bestimmten Anbieters abhängig sind, weil es keine zumutbare Ausweichmöglichkeit gibt, können sie sich nun an die Wettbewerbskommission (WEKO) wenden, falls der Lieferant seine Marktmacht missbräuchlich ausnutzt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich ein Lieferant weigert, ein abhängiges Unternehmen aus der Schweiz im Ausland zu den dort geltenden Preisen und Bedingungen zu beliefern und stattdessen auf den Generalimporteur in der Schweiz verweist, der nur zu höheren Preisen verkauft. Diese Praxis ist derzeit weit verbreitet, führt zu höheren Produktionskosten der Unternehmen und trägt damit zu den überhöhten Endverkaufspreisen in der Schweiz bei.

Von der neuen Regelung profitieren nicht nur Unternehmen, die von einem bestimmten Produkt oder Dienstleistung abhängig sind, sondern auch Lieferanten, die mit einem marktmächtigen Abnehmer konfrontiert sind, der sich missbräuchlich verhält. Weitere Information zur Kartellgesetzänderung:

 

Wettbewerbskommission (WEKO): Informationen, Merkblatt und Meldeformular

 

Geoblocking-Verbot: Diskriminierung im Online-Handel wird gestoppt (UWG-Änderung)

Wer bei einem ausländischen Online-Shop etwas bestellen will, wird oft auf die Schweizer Website des Anbieters umgeleitet, auf der die Preise dann häufig massiv höher sind. Dieses sogenannte Geoblocking wird nun grundsätzlich verboten, «Einkaufen wie Einheimische» heisst die neue Devise: Konsumenten und Unternehmen aus der Schweiz müssen von ausländischen Online-Shops künftig gleichbehandelt werden wie einheimische Nachfrager. Wer beispielsweise im Ausland online ein Auto mietet, eine Ferienwohnung bucht oder ein Ticket für ein Konzert, eine Sportveranstaltung oder einen Freizeitpark kauft, muss künftig zu den dort gültigen Konditionen bedient werden. Das gleiche Prinzip gilt auch für Warenlieferungen: Kunden aus der Schweiz müssen grundsätzlich gleich behandelt werden wie ausländischen Kunden - dies gilt sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen. Weitere Informationen zum Geoblocking-Verbot:

 

Stiftung für Konsumentenschutz